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Projekt 2012 fertiggestellt:

Dalleute in Pommern


Inhalt

1. Zusammenfassung 4. Die Anwerbung in den Kirchspielen von Dalarna
(Oktober 05)
7. Sie bauten ihre Häuser in Duchow.. (Mai 01)
2. Hintergrund des Projektes (1999) 5. Der Bielke-Schilderer Ingvar Eriksson bei der G-Gruppe (März 01) 8. Von Utanåker in Rättvik nach Nerdin in Pommern? (Juli 01)
3. Die Dalleute im Amt Torgelow
(Oktober 05)
6. Dalleute in Kohagen (April 01) 9. Und von Hisvåla in Leksand nach Damerow auf der Insel Usedom.... (März 02)

Zusammenfassung

Dieses Projekt hat seinen Ausgangspunkt im Buch "Nils Bielke (1644 - 1716)- firad i nådens dagar, fälld i onådens", herausgegeben im Jahr 2000, geschrieben von Ingvar Eriksson, Arzt in Uppsala. Das Buch schildert das Leben des Adligen und Feldherren Nils Bielke, zu gleicher Zeit lebend wie die Könige Karl XI und Karl XII. 1687 - 1698 war Bielke Generalgouverneur über die damals schwedische Provinz Pommern und auch gleichzeitig Großgutsbesitzer. Viele Höfe auf seinen Domänen wurden under den Verheerungen des Dreißigjährigen Krieges zerstört oder waren verlassen worden. Ab 1690 ließ Bielke Familien aus Dörfern in Dalarna nach Pommern kommen, um sich dort anzusiedeln.

Diese Angaben aus Erikssons Buch haben uns einen bisher unbekannten Hintergrund zu den Anmerkungen gegeben, die man in den verschiedenen Kirchenbüchern in Dalarna gefunden hat, daß Familien und einzelne Personen vorwiegend um 1690 "nach Pommern" gereist sind. Der deutsche Heimatforscher Otto Bruchwitz hat auch den Einfluß der eingewanderten Schweden "Dalbauern" in den verschiedenen Dörfern im Gebiet von Pasewalk in Vorpommern geschildert.

Auf nebenstehender Karte sind mit roter Schrift die Rittergüter, die Nils Bielke entweder besaß oder aber pachtete, gekennzeichnet. Hier ließen sich Familien aus Dalarna in Dörfern nieder, die zu diesen Rittergütern gehörten.

Die Karte anklicken und es wird eine Vergrößerung des Kartenbilds gezeigt (= Originalbild aus Uni Uppsala).

Das Projekt "Dalleute in Pommern" will die Namen der "Pommernfahrer" aus den Kirchenbüchern in Dalarna registrieren und diese Angaben mit den deutschen Quellen vergleichen und wenn möglich, das weitere Schicksal der Familien schildern. Die deutschen Quellen sind das oben genannte Material (Bruchwitz), Landkartenmaterial mit Angaben über Grundstück- und Hausbesitzer (Die Schwedische Landesaufnahme; eine Tätigkeit, die von schwedischen Landmessern geleitet wurde), teils die aus deutschen Kirchenbüchern registrierten Heiraten (Schubert) und auch die eigenen Kirchenbücher der deutschen Gemeinden. Viele interessierte Dalarna-Forscher haben uns ihre Aufzeichnungen aus den verschiedenen Personenstandsregistern zukommen lassen. Wir haben auch Kontakt mit einigen deutschen Orts- und Familienforschern.

Das Projekt "Dalleute in Pommern" wurde im Oktober 2000, mit Ingemar Goliath als Projektleiter, gestartet.

Hintergrund des Projektes

Buch: Nils Bielke (1644 - 1716)
Verfasser: Ingvar Eriksson
Verlag: Atlantis
Seitenzahl: 425
Zirkapreis: 363:- Kronen

Im Jahr 1999 erschien das Buch "Nils Bielke " von dem Arzt Ingvar Eriksson in Uppsala. In diesem Buch wird das Lebensschicksal 1644-1716 dieses Adligen und Feldherren unter der Regierungszeit Karl XI und Karl XII ausführlich geschildert. Es geht hier hervor, daß Bielke in der Zeit als Generalgouverneur und Großgutbesitzer in Pommern, Familien aus verschiedenen Orten in Dalarna zur Reise nach Pommern geworben hat, um sich auf Höfen niederzulassen, die durch die Verheerungen des Krieges entvölkert waren.

Die Dalleute im Amt Torgelow

Während des dreißigjährigen Krieges wurden große Teile des jetzigen Deutschlands in Ruinen gelegt. Die Bevölkerung entfloh den Gefahren des Krieges und viele Ländereien waren auf einmal dünnbesiedelt. In den Dörfern gab es nicht genügend Seßhafte, um die Äcker zu bestellen, die somit meistens brach lagen. Im Jahre 1637 wurde das Schloß Torgelow im jetzigen Landkreis Uecker-Randow in Vorpommern, ungefähr 15 Kilometer südlich des Großen (Stettiner) Haffs, völlig niedergebrannt. Auch die in der Nähe liegenden Dörfer wurden abgebrannt.

Verglichen mit der Anzahl Haushalte im Jahr 1625 gab es zum Beispiel 1654 in
Stolzenburg4 gegenüber vorher25
Dargitz822
Jatznick527
Liepe227

Die übrigen Dörfer waren verwüstet und unbewohnt. Erst gegen Ende des 17. Jahrnhunderts waren die meisten Höfe wieder bewohnt. Jedoch wie auch in den angrenzenden Gebieten Ueckermark und Mecklenburg, aus denen die Bevölkerung während des Krieges ebenso geflohen war, herrschte Mangel an Bauern, Arbeitern und Handwerkern.

Im Westfälischen Frieden 1648 fielen große Teile Pommerns an die schwedische Krone. Königin Kristina beabsichtigte, Einwohner in Finnland und Livland nach Pommern umzusiedeln und so die verwüsteten Dörfer und das brachliegende Kulturland zu bevölkern. In welchem Umfange sie diese Pläne verwirklichen konnte, ist im Einzelnen nicht geklärt, mit Ausnahme von dem, was weiter unten steht.

Im Dezember 1650 schenkte Königin Kristina das Amt Torgelow dem Generalfeldmarschall und Grafen Jacob de la Gardie, der ihrem früheren Regentschaftsrat angehört hatte. Nach dem Tod von Jacob de la Gardie erbte dessen Sohn Pontus de la Gardie das Amt Torgelow. Um das Jahr 1660 warb dieser auf den Gütern der Familie in Livland sowohl Finnen wie auch Livländer an, nach Torgelow zu ziehen, um die zerstörten Dörfer wieder aufzubauen und die Äcker zu bestellen. Im Mai 1687 kaufte Nils Bielke, der neu ernannte schwedische Graf und General-gouverneur für das schwedische Pommern, das Amt Torgelow von Johan Stenbock, welcher der Familie de la Gardie angehörte.

Bielke pachtete auch die Insel Wollin (zwischen dem Stettiner Haff und der Ostsee) und übernahm das Rittergut Spyker auf Rügen durch ein Vergleichsverfahren mit den Erben von Carl Gustav von Wrangel, dem früheren Generalgouverneur Pommerns. Vermutlich pachtete oder kaufte Bielke desgleichen die Rittergüter Jasenitz (das jetzige Jasienica in Polen) und Stolpe (im jetzigen Amt Krien westlich von Anklam). Vielleicht auch das Amt Pudagla auf der Insel Usedom. Bitte weiter unter sehen unter Kuhhagen, Duchow, Nerdin, Damerow.

Die Anwerbung in den Kirchspielen von Dalarna

Nils Bielke führte die Bemühungen de la Gardies, neue Einwohner für die verheerten Höfe Torgelows zu finden, weiter. Jedoch wandte er sich an andere Provinzen im schwedischen Reich - an Dalarna. Kurz nach seiner Hochzeit mit Eva Horn hatte er 1670 einen großen Umbau des Schlosses Salsta, 20 Kilometer nördlich von Uppsala, begonnen. Für diesen Bau hatte man die Arbeitskräfte auf dem Markt von Hedemora angeworben. Ingvar Eriksson, der Verfasser des Buches über Nils Bielke, schreibt über die Bauarbeiten in Salsta:

- - - -
Salsta war in den ersten Jahren nach 1670 ein sehr grosser Arbeitsplatz. Es wimmelte von Menschen: Dalleute, Fuhrleute, Kätner, Meister und Gesellen, Frauen und Kinder. - - - Die Dalleute sorgten während vieler Jahre für alles Pfählen und für die Herstellung von Dachschindeln. - - - Darüber hinaus schrieb Nils Bielke einen Brief mit einer Anfrage nach Arbeitskräften an den Pfarrer in Mora, welcher die Möglchkeiten, Arbeit zu erhalten, vom Prediktstuhl bekannt machte.
- - - -

Die Dalleute müssen einen guten Eindruck (Qualifikationen und Fleiß?) auf Nils Bielke gemacht haben, denn 1688 schrieb dieser erneut an den Pfarrer in Mora, Gabriel Holstenius (aus Ingvar Erikssons Buch):

- - - -
Ich habe beschlossen für Pommern zwanzig Familien anzunehmen, die dort bauen, wohnen und das Land bestellen können. Ich werde ihnen das notwendige Vieh und die Haushaltsgeräte geben. Sie werden Arbeit bekommen, um ihren Aufenthalt zu verdienen, und ich werde sie von Abgaben und Steuern befreien, bis sie selbst zu Wohlstand gekommen sind. Ich werde selbst ihre Reise nach Pommern bezahlen, aber die Reise nach Stockholm müssen sie selbst besorgen. Ich werde auch die Erlaubnis seiner Majestät des Königs für diese Umsiedlung beschaffen.
- - - -

Hier ist ein Verzeichnis jener Kirchspiele in Dalarna, in welchen man (bisher) in Kirchenbüchern (einschließlich Personalienbüchern), Gerichtsbüchern und Einwohnerlisten Notizen gefunden hat über die Reisen der Dalleute nach Pommern, deren Aufenthalt dort oder deren Rückkehr nach Dalarna:

 DjuraLeksandRättvik (einschl "Boda kapell")
 FlodaMalungSvärdsjö
 GagnefNåsÅl
 Järna  

Der Bielke-Schilderer Ingvar Eriksson bei der G-Gruppe.

Die kleine Arbeitsgruppe, die der Gründer von "Föreningen G-gruppen" war, hatte Mitte März das Vergnügen, den Bielke-Schilderer Ingvar Eriksson bei der Genealogiska Föreningen (GF) zu treffen. Es wurde ein lohnendes Gespräch über u.a. die Forschermühen bei der Entstehung des Buches "Nils Bielke" geführt und außerdem über neue Funde von Namen über Familien aus Dalarna, geholt aus Rechenschaften im Reichsarchiv, gesprochen.

Ingvar Eriksson kam mit ganz neuen Angaben über eine Anzahl von Familien aus der Gemeinde Ål (Åhl, Aal) in Leksand, die 1691 angewiesen wurden, in dem Ort Duckow zu wohnen. Dieser Ort gehörte zum Amt Jasenitz, jetzt in Polen. Den polnischen Namen von Duckow haben wir noch nicht finden können, aber Jasenitz heißt heute Jasienica und liegt westlich der Oder, nördlich von Szczecin/Stettin.Die Familien aus Ål waren:

  1. Olof Jansson (Jonsson?) mit Frau Brita Olofsdotter und drei Kindern
  2. Olof Jönsson (Jonsson?) mit frau Brita Hansdotter und drei Kindern
  3. Olof Ersson mit Frau und vier Kindern. "Weil aber Olof Ersson verstorben, und die Witwe das Ackermark nicht verstehet, noch bewerkstelligen kan, so ist in dessen Stelle angenommen":
  4. Pehr Jönsson mit Frau und vier Kindern.

Dalleute in Kohagen

Hier ist noch ein weiterer Text, den Ingvar Eriksson in den Rechenschaftsbüchern für das Amt Jasenitz (Jasienica) um etwa 1690 gefunden hat. Es gibt keine Angaben, von welchem Ort in Dalarna diese Familien ursprünglich kamen:

""Lars Michelsson vom Ückermündische Ambt, Grambin, mit Frau und 2 Kinder,
Jonas Ersson von Wohlgast allein mit ein Kind.
Anders Larsson von Wolgast allein mit ein Kind,
Anders Pehrsson von Wolgast mit Frau und ein Kind,
Matts Andersson zu Jasenitz mit Frau und 3 Kinder

haben auf gnädige Ordre der hohen Herres Hoffes Zulassung, sich eine Stelle zu bebäuen, genannt grossen Koohagen, ein halb viertel Weges vom Hoff, ausgesehen, welches Feldt Koohagen dieses Jhr mit Winter Roghen besäet ist, so ihnen von der hohen Herres Hoff zur Einrichtung übergelassen, auch berechnet für 6 Tunnen Aussath, dazu ihnen noch zu fernerer Forthelff von der gnädigen Herrs Hoff einen (?) Jedeweden (?) 1 Kuse und 1 Pferd wie auch monatlich 1 Schiffpund Brodkorn auf jeder Haushaltung, gegeben wie welches so lange bestehet bis sie ihr Wohnungen bebauet, benebst ein Freijahr, hernacher aber diesselben anfangen Handdienste zu berichten."

Die Orte, die am Anfang genannt werden, Grambin, Wolgast, Jasenitz, sind wahrscheinlich die Orte, an denen die Familien an Land stiegen und wo sie zufällige "Quartiere" erhielten, bis der Bescheid über den endgültigen Wohnplatz kam. Vermutlich ist "Hoff" das Hauptgebäude für das Amt Jasenitz, welches von Nils Bielke gepachtet wurde. Er ist sicher "der hohe Herr". Genau wo Kohagen lag, ist nicht geklärt. Vielleicht kann die Stadtverwaltung in Jasienica Auskunft darüber geben.

Duckow (oder Duchow), wohin die Familien aus Ål zogen, ist heute ein Stadtteil von Jasienica. Die Kirchenbücher für Jasenitz soll es laut Stübs' "Wegweiser" im Staatsarchiv Stettin/Szczecin geben. Wir warten nun, daß Per Carlsson die Kirchenbücher für Ål durchsucht und uns hoffentlich weitere Informationen geben kann.

Sie bauten ihre Häuser in Duchow....

Wir zeigen hier einen weiteren Text aus den Rechenschaften für das Amt Jasenitz (auch Jasenitsch geschrieben, polnisch Jasienica), den Ingvar Eriksson im Reichsarchiv gefunden hat. Es gibt keine Angaben, woher aus Dalarna diese Familien kamen:

Dahlbauern in Dorf Duckow und Ampte Jasenitz anno 1690.

Zu Herbstzeiten bleiben gebühret ihnen also annoch zu derer Einrichtung folgendes als 3 Pferde, 1 Sense, 3 Sawen (?), 1 breite Axe, 3 Paar Pade (?), 3 Stück Pflugeisen, 3 Stück eiserne Grapen.

Wenn sie nun im bauen begriffen sein werden dieselben nach Nothturff zu deren Unterhalt mit zufeisung (?) geholfen.
1) Olof Pehrson mit sein Weib Anna Matzdotter und 1 Kind, so ein Junge, auch seine Mutter, eine alte Frau.
2) Lars Jönsson mit sein Weib Margareta Olsdotter, 4 Mägtchens, auch 1 Junge, das älteste Mägtchen ist um 16 Jahren.
3) Erich Ersson mit seiner Frau Anna Jönsdotter und 2 Söhne, der älteste von 4 Jahr.

Nach Duckow (Duchow) kamen 1690 mindestens sieben Dalafamilien (vier davon aus Ål). In den späteren Rechenschaften waren 1691 und 1692 nur noch zwei Familien übrig. Kehrten die anderen fünf Familien nach Dalarna zurück? 1690 baute man jedenfalls Häuser. Natürlich aus Holz gezimmert, wie zu Hause in Dalarna. Um 1900 soll es diese Holzhäuser noch gegeben haben. Sind sie noch erhalten?


Ivo Asmus von der Greifswalder Universitätsbibliothek teilte uns mit, daß das Dorf Duchow gleich südlich vom damaligen Jasenitz lag und heute ein Teil von dieser Stadt ist. Auf einer Landkarte ist der Ort "Hagen" SW von Jasenitz genannt. Könnte das vielleicht mit dem vorher genannten "Koohagen" oder "Kuhhagen" übereinstimmen, wohin die Familien aus Ål zogen?

Per Carlsson läßt grüßen, daß die Einwohnerlisten für Ål erst 1712 anfangen. Im Trauregister für 1679 heiratet Per Jönsson aus Bäckebo Margitta Andersdotter aus Helgås. Man findet sie nicht in den späteren Kirchenbüchern, aber es sind Lücken vorhanden. Es gibt keine Notizen darüber, ob jemand in Pommern war und zurück gekommen ist. Die vier Kinder können ja zwischen 1679 und 1690 in Ål geboren sein.

Hier ist die oben genannte Karte, die die Orte Duchow, Jasenitz und Hagen zeigt. Wir haben sie von Klaus-Dieter Kreplin (Charly), aktiver Familienforscher u.a. im Pommerschen Greif, erhalten. Charly war 1999 als Forschergast bei der G-Gruppe in Stockholm.

Von Utanåker in Rättvik nach Nerdin in Pommern?


In der Einwohnerliste 1690 - 1699 des Kirchspiels Rättvik gibt es hinter der eigentlichen Liste ein Verzeichnis mit der Überschrift "Hushåll förreste till Pommern och annorstädes ifrån socknen skingrade" (auf Deutsch ~ Familien die nach Pommern verreist und anderswo vom Kirchspiel zerstreut sind). Da steht's u a:

Hans Danielsson i Uthanåker(född)(1)652
Kersten uxor (Frau) (1)651
Daniel filius (Sohn) (1)678
Pehr filius (1)679

Das Dorf Utanåker liegt im südlichen Teil der heutigen Gemeinde Rättvik, zwischen den grösseren Dörfern Söderås und Västgärde.




I "Schwedische Matrikel von Vorpommern" (Familiennamen in Schwedisch Pommern 1692 bis 1698); Veröffentlichung von Franz Schubert, finner man under byn Nerdin inom Kreis Anklam:

Danielson, Hans Dalb. (= Dalbauer = bonde från Dalarna!) 1697

Ohne dass es (noch) bewiesen werden kann, ist es doch wahrscheinlich dass wir die Familie Danielsson aus Utanåker gefunden haben; im pommerschen Dorf Nerdin, das im heutigen Bundesland Mecklenburg- Vorpommern zum Amt Krien gehört; westlich von Anklam im Landkreis Ostvorpommern.

Im Jahre 1997 hatte Nerdin 199 Einwohner. Auf dem Internet (Pommerngreif) werden folgende Angaben betr Nerdin abgegeben:

Nach 1637 wurde Nerdin für mehr als 70 Jahre Besitz der schwedischen Krone.

Nach dem Nordischen Krieg (1700 - 1720) wurde Nerdin wieder preußisch und war bis 1811 ein Amtsdorf im königlichen preußischen Domänenamt Stolpe.

Und von Hisvåla in Leksand nach Damerow auf der Insel Usedom...


In dem Kommunionregister DII:1 1689-1695 für die Gemeinde Leksand steht unter dem Ort Salen:

Nils Perssonnach Pommern
h:o Margita Larsdr     war in Pommern, zurück 1693

Salen ist ein Teil des heutigen Ortes Hisvåla in der Gemeinde Leksand und liegt nördlich von Rönnäs auf dem Weg zwischen Romma und Sågmyra.




In dem vorher genannten "Schwedische Matrikel in Vorpommern" finden wir den Namen Nils Persson. Er wohnt 1693 in Damerow, ein Vorwerk zum Schloß Pudagla auf der Insel Usedom. Die schwedischen Landmesser von der sogenannten Pommerschen Kommission waren in ihrer Tätigkeit, Güter und Dörfer in Pommern kartographisch aufzunehmen, im September 1693 bis Usedom gelangt. Auf der Karte, die Damerow und den naheliegenden Ort Koserow zeigt, ist Nils Persson angegeben, und sein Name ist auch mit dabei im "Ausrechnungs- und Beschreibungsbuch über die Insel Usedom":






Karta över Usedom "Description über Pudaglas Viehhof Dammerow der im September Anno 1693 vermesssen wurde.

Dieser Hof [ist] auf der Koserower Karte eingezeichnet, wie er auf dessen Gemarkung gegen Sempin gelegen ist, wo das grosse Meer und [das] Acterwater einander so nahe laufen, dass dessen Intervallum nicht über 450 schwedische Ellen geht. Dieser Hof ist vor 20 Jahren errichtet worden. Der Schlosshauptmann von Pudagla soll hier sein Vieh Winter und Sommer über halten. Hier hat man 2 Bewohner, Hans Porwis mit Nr. 1 und Nils Person, einer aus Dalama, Nr. 2. Diese haben ihren Aufenthalt von o.g. Herren als seine eigenen Diener, die da sein Vieh und Hofwerk pflegen."

(Quelle: Die schwedische Landesaufnahme von Vorpommern; Texte; Ortsbeschreibungen; Band 1; Insel Usedom; 1995.)"

Die Karte anklicken und es wird eine Vergrößerung der Koserow-Karte gezeigt.

Da die Ehefrau Margita Larsdotter im gleichen Jahr (1693) nach Salen in Leksand alleine zurückkam, müssen wir vorläufig annehmen, daß Nils im gleichen Jahr oder früher in Damerow gestorben ist. Vielleicht kann das Totenbuch für das Kirchspiel Koserow darüber Auskunft geben?


Stand 11. August 2012. Copyright © 1999-2005 Ingemar Goliath.